Willkommen bei der Bürgerinitiative Riedweg
für eine harmonische Entwicklung des Wohngebiets

Liebe AulendorferInnen,

nein, es geht nicht darum bezahlbaren Wohnraum mit allen Mitteln zu verhindern. Nein, wir haben nichts gegen sozial Schwächere. In unseren Augen ist schon dieser Begriff falsch. Wenn, dann muss es wirtschaftlich Schwächere heißen.

Es geht darum, dass für ein derartiges Projekt, mit all seinen Auswirkungen, eine Bürgerbeteiligung stattzufinden hat. Es geht darum, dass wir einen Gegenvorschlag anbringen, der ein ebenso wichtiges Thema anstößt. Die alternde Gesellschaft betrifft uns alle und betreute Wohnplätze sind absolute Mangelware. Ansonsten könnten wir Ihnen vorwerfen, Sie hätten etwas gegen bezahlbaren Wohnraum für ältere Menschen - das tun wir aber nicht.

Es geht wieder einmal darum, dass es in Verwaltung und Politik Versäumnisse gab, und nun sollen wir Bürger den "Kampf" untereinander austragen. Lassen Sie sich nicht einspannen, stehen Sie für Dialog, Kompromissbereitschaft und ein angenehmes Miteinander.

Worum geht es?

Die Stadt Aulendorf hat es die letzten Jahre nicht geschafft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Bei den zahlreichen Neubauten von Mehrfamilienhäusern in Bahnhofsnähe, am Schlosspark, im Safranmoos u.a. konnte das Thema ebenfalls nicht realisiert werden. Überstürzt und mit mangelnder Kommunikation soll dies in einer Hauruckaktion nachgeholt werden. Aulendorfer und Anwohner wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.

Gemeinderatsbeschluss am 14.12.2020:

Das letzte zur Stadt ebenerdige Baugrundstück (zwischen Riedweg und Steinenbacher Weg) wird an eine nicht regionale GmbH verkauft. Auf dem ca. 6.200 qm Grundstück, welches direkt an den Friedhof angrenzt, sollen bald ca. 182 Menschen in Häuser in holzmodulbauweise einziehen (ein Fussballfeld ist 7.140 qm groß).

  • 3 größere Gebäude mit 24 Wohneinheiten
  • 8 Doppelhaushälften für min. 6-köpfige Familien

Die Bauten in günstiger Holzmodulbauweise sollen und können auf 30 Jahre von Menschen mit Wohnberechtigungsschein (kurz WBS) bezogen werden. Wer einzieht entscheidet nicht die Stadtverwaltung (jeder mit WBS aus Baden-Württemberg kann sich bewerben).

Hinweis: Ein WBS kann bis zu einer gewissen Einkommensgrenze beantragt werden, zudem kann er auch anderen benachteiligten Personen ausgestellt werden.

Karte © OpenStreetMap-Mitwirkende https://www.openstreetmap.org/copyright

Bedenken und Kritik:

Weshalb wird die Bürgerschaft derart überrumpelt und außen vor gelassen?

Warum wird vorschnell ein Verkaufsbeschluss gefasst, ohne Alternativen zum Bauträger anzufragen?

Betreibt die HTS Handels GmbH die Gebäude, oder wird das günstig erhaltene Grundstück bebaut und dann weiterverkauft?

Durch Steuergelder geförderte Wohnungen werden nur 30 Jahre lang mit WBS vermietet. Zudem wird das Grundstück weit unter Wert verkauft. Werden die Wohngebäude danach durch teurere und profitablere Gebäude ersetzt?

Die bestehende Infrastruktur wurde für dieses Projekt ebenfalls nicht beachtet. Es gibt zu wenig Kindergarten- und Schulplätze. Generell gibt es für die ca. 75 Kinder und Jugendlichen in der Umgebung keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten. Weder einen großen Spielplatz, noch einen Bolzplatz, oder ähnliches. Wozu das führen kann, zeigen der zerstörte Jugendplatz und zahlreiche andere Vandalismusgeschehen. Eine angespannte Parksituation, bei der auch auf den Friedhofsparkplatz und umliegende Wohngebiete ausgewichen wird, ist ebenfalls absehbar.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, auch wenn die Entscheidungsträger dem widersprechen, dass eine derartig große Zunahme an Anwohnern zu Spannungen und Lärmbelästigung führen wird.

Der direkt anliegende Friedhof sollte ein Ort der Ruhe und Besinnung bleiben. Genau deshalb ist er gerade erst zum immateriellen Erbe Friedhofskultur ausgerufen worden. Zudem hat der Gemeinderat Aulendorf in der selben Gemeinderatssitzung zur solidarischen Gemeinschaft ausgerufen (Herausforderungen der alternden Gesellschaft anpacken), ist aber drauf und dran den idealen Bauplatz für betreutes und bezahlbares Wohnen für die älteren Generationen zu verspielen!

Lösung und Kompromiss:

Für uns ist die optimale Lösung für das Grundstück ein würdevolles und betreutes Wohnen für Senioren zu schaffen. Anstatt das Thema altersgerechtes Wohnen auf die lange Bank zu schieben, kann es mit diesem Baugrund direkt in Angriff genommen werden.

Das Grundstück ist ruhig gelegen und die Innenstadt ist barrierefrei zu erreichen. Die Bürgerbus-Haltestelle am Friedhof gewährleistet den Senioren aktiv und mobil zu bleiben, sowie an der Gesellschaft teilzuhaben. Die Nähe zum Friedhof kann sich als Treffpunkt mit gleichaltrigen und/oder vom gleichen Schicksal Betroffenen entpuppen. Neue Freundschaften können entstehen und Sozialkontakte gepflegt und gestärkt werden. Der Vereinsamung von älteren Menschen kann entgegen gewirkt werden. Gleichzeitig wird für die Anwohner eine Alternative gefunden, mit der nicht so viele Fragen und evtl. auch Bedenken hervorgerufen werden.

Ein regionaler Pflegedienst für betreutes Wohnen hat auf Anfrage bereits großes Interesse an dem Grundstück geäußert. Dieser Investor hatte in der Vergangenheit bereits Kontakt zur Stadt Aulendorf.

Daher fordern wir die Stadt und die von uns allen gewählten Gemeinderäte auf das Projekt nicht weiter zu verfolgen. Nehmen wir die Aufgaben des demographischen Wandels in die Hand und finden gleichzeitig in Kompromiss und Dialog armen Zeiten eine für alle verträglichere Lösung.

 

Ihre Bürgerinitiative Riedweg

Über uns:

Wie es zur Gründung der Bürgerinitiative Riedweg kam:

In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 14.12.2020 wurde das Projekt „Schaffung bezahlbarer Wohnraum durch die Stiftung Hoffnungsträger“ vorgestellt und zugleich auch der Verkauf des Grundstücks an die Hoffnungsträgerstiftung beschlossen (während der Sitzung wurde bekannt, dass es an die HTS-Handel GmbH verkauft werden soll und eben nicht an die Hoffnungsträger Stiftung). Dieses Vorhaben wurde lediglich in einem Zeitungsartikel drei Tage zuvor angedeutet. Der Bürgermeister und die Gemeinderäte (sowie die HTS-Handel GmbH) hielten es nicht für notwendig die Bürger auch nur im Geringsten über dieses einschneidende Projekt zu informieren. Unser Bürgermeister hielt eine Beteiligung der Bürger erst nach Schaffung von Tatsachen für notwendig und plante diese erst nach dem Beschluss.

Da die Anwohner und Bürger im Vorfeld von der Stadt Aulendorf nicht über dieses Vorhaben offiziell informiert wurden, entschlossen sie sich an der Gemeinderatsitzung teilzunehmen. In dieser Gemeinderatssitzung wurde klar, dass dieses Projekt noch sehr viele Fragen, auch unter Gemeinderäten, offen lässt. Trotz der Unstimmigkeiten, auch was den Verkauf an eine GmbH statt direkt an die Stiftung angeht, wurde der Verkauf durchgepeitscht.

Den Verkauf an die GmbH, statt an die Stiftung, nannte unser Bürgermeister „in der Vorlage nicht sauber formuliert."

Nach dieser Sitzung bildete sich aus dem Kreis der Anwohner ein Kernteam, das zu diesem Thema informieren und durch Gespräche mit Verwaltung und Gemeinderat einen für alle Beteiligten akzeptablen Kompromiss finden soll.

 

Mitglieder des Kernteams sind:

  • K. Briemle, Riedweg
  • Familie Edel, Riedweg
  • Familie Gruber, Apfelbaumweg
  • Familie Müller, Riedweg
  • Familie T. Müller, Apfelbaumweg
  • R. Müller, Apfelbaumweg
  • U. Plamper, auf dem Kronenberg
  • Familie Stark, Apfelbaumweg
  • Familie Vogl, Apfelbaumweg